Historie der Kirche

Die Nachrichten über die Kirche St. Ägidius zu Cospeda gehen zurück bis ins Jahr 1348. Damals wurde die zuvor noch selbständige Pfarrei an das Michaeliskloster Jena angeschlossen und vom Kloster aus mit einem Messpriester versorgt. Seitdem sind die für diese Kirche zuständigen Pfarrer namentlich bekannt.

Das etwas abseits des Dorfes gelegene Gotteshaus hat eine wechselvolle Geschichte:

  • 1639 Neubau nach einem Brand
  • 1699 erneuter Neubau nachdem das „alte sich dem Fall neigende Gotteshaus den 16.Januarii abgebrochen“ wurde

Einige Ausstattungsgegenstände sind jedoch älter, wie z.B. die Glocke aus dem 15. Jahrhundert und die Kanzel von 1688.

Die Orgel wurde 1906 von Johann Eifler, Stadtilm, erbaut und verfügt über 10 Register, verteilt auf 2 Manuale und Pedale.

Die bunten Fenster der Kirche wurden 1898 und 1905 von Cospedaer Familien gestiftet. Sie zeigen die Apostel Petrus, Paulus und Johannes, sowie direkt hinter dem Altar den segnenden Christus.

2004 gründete sich ein Freundeskreis Kirche Cospeda, der sich dem Kirchbauverein Jena angeschlossen hat.

2006 wurden im Zuge der Renovierungsarbeiten auch archäologische Forschungen angestellt. Dabei konnte man feststellen, dass vor dem heutigen Bau bereits im Hochmittelalter eine kleine Saalkirche mit Apsis in Cospeda gestanden hat.

Erwähnenswert ist auch noch eine Population von kleinen Hufeisennasen, einer Fledermausart, die in weiten Teilen Mitteleuropas schon ausgestorben ist. Die Kirche in Cospeda ist die Wochenstube von fast 30 Tieren.

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Cospeda Dorfkirche (ursprüngl. St.Mariae?): Grundriss der spätromanischen Kirche (Wiederaufbau 17. Jh.) mit Rekonstruktion der beiden Vorgängerkirchen (Reste der Fundamente 2006 archäologisch ergraben). Grundriss und archäologische Befunde nach Tim Schüler 2014. Hypothetische Rekonstruktion (R. Spehr 2021) der ältesten Kirche (11.Jh.?) mit vom Saal her zugänglichen, gewölbten Reliquenraum(-stollen/“confessio") unter dem ehem. Altar. Wiss. Entwurf und Zeichnung : R. Spehr 2021 [Text Dr. Wolfgang Biewald]

 

 

 

 

Eine neue Glocke in 2017

Im Turm befanden sich ursprünglich drei Glocken, zwei mussten im ersten Weltkrieg eingeschmolzen werden. Die Mittlere von 1450 ist bis heute erhalten geblieben. Sie wurde bis jetzt von Hand geläutet. Der Freundeskreis bemühte sich um die Anschaffung einer zweiten Glocke. Es wurde ein Gutachten vom Glockensachverständigen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland eingeholt, es wurde der Schutt über dem Kreuzgewölbe, d.h. unter der Glockenstube beräumt (5 m³), und der Fußboden der Glockenstube wurde neu gedielt. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass wir uns um den geplanten öffentlichen Schauguss einer Glocke anlässlich des Thüringentages in Apolda bewerben konnten.

Am 10.06.2017 erfolgte das beeindruckende Schaugießen durch den Glockengießer Willing aus Gräfenhain.

Die Glocke wurde zum 500. Reformationsjubiläum geschmückt durch das Dorf gefahren, um sie dann nach einem Festgottesdienst feierlich auf dem Turm hochzuziehen. Zuvor durfte jeder Gottesdienstteilnehmer mit einem Gummihammer die Glocke anschlagen.

Die Glocke wird mit einem Läutewerk zusammen mit der alten Glocke funkuhrgesteuert geläutet.

Auf der neuen Glocke steht die Inschrift  VERLEIH UNS FRIEDEN GNÄDIGLICH HERR GOTT IN UNSEREN ZEITEN, auf der Rückseite steht ein Hinweise auf die 1917 zerschlagenen Glocken.

Bilder: Dr. Wolfang Biewald

Ausgrabungen

Wie bereits seit längerem zu sehen war, gehen die umfangreichen Renovierungsarbeiten in der Kirche zügig voran. Diese Projekte wurden mit Lottomitteln, Geldern des Nothilfefonds der Landeskirche und mit Hilfe des Kirchbauverein Jenas e. V. finanziert.

Nachdem bereits 3 Fenster renoviert sind und die Außenarbeiten zur Trockenlegung mit vielen freiwilligen Helfern stattgefunden haben, wurden die Arbeiten im Innenbereich zur Erneuerung des Fußbodens und der Elektrik in Angriff genommen.

Die Fundamentreste von Schalenmauerwerk im Ostteil lassen auf einen Vorgängerbau der Kirche aus dem 12. bis 13. Jahrhundert schließen, der nur geringfügig vom heutigen Bau abweicht. Da es kaum datierendes Material gibt, kann die Einschätzung nur grob vorgenommen werden. Ursprünglich gab es eine kleine Saalkirche mit einer kleinen Apsis, die in zwei Phasen erweitert wurde. Davon zeugen Fundamente des Chores und ein eingestürztes Tonnengewölbe. Die Erweiterungen waren vermutlich nach den veränderten Bedürfnissen der Gemeinde vorgenommen worden.

Zwischen dem heutigen Altar und der Wand fand man ebenfalls Kochen von vier Kinderbestattungen, die nach Freilegung und Kartierung wieder mit Sand abgedeckt und im Boden erhalten werden. Dieser Teil der Kirche lag im Hochmittelalter außerhalb der heutigen Kirchenmauer.

Nach der Wegnahme der Fliesen wurde das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar von Pastorin Dr. Hartung informiert und konnte auch gleich mit den Freilegungen beginnen. Praktikanten der Uni Jena und mehrere Zivildienstleistende haben unter Leitung von Dr. Tim Schüler mit den Untersuchungen begonnen.

Zuerst wurde der Innenraum mit Metalldetektoren nach Münzen abgesucht. Dabei kamen in zwei übereinander liegenden Fußböden 16 Münzen zum Vorschein, die sich über den Zeithorizont von 1700 bis heute einordnen lassen.

Im Südteil der Kirche lagen die in Lehm gesetzten Fundamente dicht an der Oberfläche. Dort wurden auch die Knochen von 4 Kinderbestattungen herausgenommen und zur Sicherstellung in die Anthropologie Jena gebracht.

Die Bestattungen, die man nur etwa 10 cm unter dem Fußboden der Nordwestseite gefunden hat, wurden wieder aufgefüllt.

Außerdem kamen noch Stuckreste mit Bemalungsspuren zum Vorschein. Leider sind die Bruchstücke zu klein, um Szenen rekonstruieren zu können, so dass auf das von Kirchmeister Friedrich Bürglen erstellte Konzept zurückgreifen wird.

 

Fam. Beez im Jahr 2012, als sie zum ersten Mal über Ihre Aktivitäten berichteten.

Konzerte in der Kirche

30 Jahre Konzerte in der Cospedaer Kirche 

30 Jahre organisieren wir mittlerweile Konzerte in der Kirche Cospeda, nachdem wir im Dezember 1995 in den schönen Jenaer Ortsteil gezogen sind.
Das erste Konzert fand am 6. Juli 1996 mit dem Bläserquintett „Blaswood“ statt. Seitdem führten wir jährlich etwa 4 Konzerte durch. Dabei waren wir stets um ein vielseitiges Programm mit unterschiedlichen Musikrichtungen bemüht. Seit 2014 kam neben den „Sommerkonzerten“ ein Adventskonzert mit dem Otto-Schott-Chor Jena dazu- immer freitags vor dem 3. Advent. 

Unsere Zielstellung mit diesen Konzerten war, den Einwohnern von Cospeda, neben der Erweiterung des kulturellen Angebots im Ort, eine Begegnungsmöglichkeit in der Kirche zu bieten. Pfarrer Lehmann fand diese Idee gut und unterstützte uns aktiv dabei.

In der Regel werden die Konzerte auf Spendenbasis der Besucher finanziert, wobei auch ein Anteil für die Kirche bleibt. Ausnahmen sind überregional bekannte Musiker wie z.B. die Octavians, die Playfords oder Barbara Thalheim, mit denen feste Gagen vereinbart wurden. 
Mittlerweile konnten wir bei 114 Konzerten über 10 000 € an Spenden auf unser Gemeindekonto überweisen. Auch die Zahl der Besucher kann sich sehen lassen- es sind ca. 7 000 seit Beginn der Konzerte.

Konzert-Höhepunkte in dieser Zeit waren ua. die Auftritte von Barbara Thalheim (Liedermacherin) mit Jean Pacalet (verst.), The Playfords, die Potsdamer Turmbläser, Falk Zenker (Gitarrist und Klangkünstler). Den Besucherrekord von 193 Besuchern konnten wir 2015 beim Konzert der Gruppe Octavians aus Jena registrieren und gleichzeitig feststellen, dass unsere Empore diesen Lasten standhalten kann.
Immer stimmungsvoll und auf hohem Niveau sind die Konzerte des Otto-Schott-Chores Jena, die schon 8-mal bei uns auftraten und auch in diesem Jahr wieder zu hören sind.

Helga und Stephan Beez

Cospeda, März 2026

Kontakt Pfarrerin

Sophie-Maria Voss

Tel. 0177/7983281

Email: sophie-maria.voss@ekmd.de

www.kirchengemeindeverand-vierzehnheiligen.de

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